Vogel des Jahres 2009 - Der Eisvogel

Ein fliegender Diamant

Klasse: Aves (Vögel)
Ordnung: Coraciiformes (Rackenvögel)
Familie: Alcedinidae (Eisvögel)
Gattung: Alcedo (eurasische Eisvögel)
Art: Alcedo atthis
Kingfisher
Martin pêcheur
Verbreitung: Europa, Asien und Nordafrika
Lebensraum: Bäche, Flüsse, Kanäle, Seen und Marschland
Maße und Gewichte: Körperlänge: 15 - 17 cm
Gewicht: ca. 40g
Spannweite: 25 cm

Eisvögel brüten von April bis einschließlich September. In dieser Zeit ziehen die Altvögel zwei, in guten Jahren auch drei Bruten groß. Die Vögel nisten in Höhlen, welche sie selbst mit dem Schnabel in lehmige oder sandige Uferböschungen graben. Die Höhlen sind in der Regel 50 - 100 cm lang und enden in einem erweiterten Brutkessel. Ein Gelege besteht im Schnitt aus sechs bis sieben weißen Eiern, welche 19 bis 21 Tage lang von beiden Altvögeln bebrütet werden. Die Nestlinge verbringen weitere 23 bis 27 Tage im Nest, bevor sie zu ersten Erkundungen starten.

Beim Füttern der Jungen bilden die Eisvögel eine Ausnahme. Im Gegensatz zu den meisten Vogelarten, bei denen das stärkste Junge die meiste Nahrung erhält, stellen sich hier die Jungvögel in Reih und Glied auf. Hat ein Junges einen Happen erhalten, stellt es sich wieder ganz hinten in der Schlange an. Die Geschlechtsreife erreichen Eisvögel im Alter von einem Jahr, ihre durchschnittliche Lebenserwartung beträgt nur zwei Jahre.

Eisvögel finden sich an klaren, flachen Gewässern mit ausreichendem Fischbestand. Das Revier eines Vogels umfasst dabei im Schnitt eine drei bis vier Kilometer lange Uferstrecke. Für eine erfolgreiche Jagd sind flache Stellen mit möglichst überhängenden Zweigen notwendig. Eisvögel lauern den Fischen gerne auf solchen Zweigen auf. Von dort stürzen sie sich dann mit angelegten Flügeln fast senkrecht ins Wasser. Haben sie eine Beute gefasst, schlagen sie unter Wasser mit den Flügeln, um wieder an die Oberfläche zu gelangen und von dort zurück zu ihrem Beobachtungsposten zu fliegen. Der erbeutete Fisch wird meist erst dann getötet, indem dessen Kopf gegen Zweige oder Äste geschlagen wird. Anschließend wird der ganze Fisch mit dem Kopf voran geschluckt.

Durch die Begradigung unserer Fließgewässer werden Lebensraum und Brutmöglichkeiten der bunten Vögel täglich eingeengt. Auch die Wasserverschmutzung durch den Menschen hat starke Auswirkungen auf die Population, da der Eisvogel auf klare und fischreiche Gewässer als Nahrungsgrundlage angewiesen ist. In den letzten Jahren hat es den Anschein, das die Vögel deshalb immer öfter auf stehende Gewässer ausweichen. Da sie dabei unweigerlich auf Zuchtfischteiche oder Gartenteiche stoßen, werden die Vögel immer wieder von Menschen als "Schädlinge" vertrieben oder gejagt.

Der Eisvogel als Firmensymbol

Aufsteigend aus den Wässern der Niers (und den anderen charakteristischen Flüssen unserer Niederrheinischen Landschaft wie Nette und Schwalm) ist er als ausgesprochener (Überlebens-)Künstler das Symbol für Geschicklichkeit, Anpassungsfähigkeit, Wendigkeit und Unverwüstlichkeit, nicht zuletzt von unendlicher Schönheit.....Der fliegende Diamant....Als mein Lieblingsvogel und -tier lag es nahe, ihn aus den vorgenannten Gründen als Firmensignum zu wählen, neben dem blauen geschwungenen "N" als Symbol für die Niederrheinische Flusslandschaft und dem beige-orangen "R" für die extremen Trockenlebensräume, die es auch am Niederrhein gibt. Ursprünglich war das Firmenzeichen auf grünem Grund geplant als Symbol für Wiese und Wald, jedoch selbst das hellste Grün war leider noch zu dunkel, so dass lediglich das blau-orange Zeichen übrig blieb, welches jedoch in seiner Augenfälligkeit kaum zu überbieten ist und eben auf unsere Extremlebensräume aufmerksam machen soll. Auch die markanten Hauptfarben von Titus, dem Titan (sein Ruf ist ein "Tiht") sind letzten Endes Blau und ein Rostbraun-orange, wohingegen das Grün in seinem Gefieder je nach Sonneneinstrahlung mehr oder weniger gut wahr zu nehmen ist.